Schüpfheim: Denkmalpflege erstellt ein Bauinventar
Bauinventarisator Simon Berger fotografiert das Haus Lehmättili in Schüpfheim.
In Sachen Denkmalpflege ist für Betroffene nicht immer alles einfach. Der Kanton will nun Klarheit schaffen. Seit Anfang Jahr wird offiziell ein Bauinventar erstellt. Ziel ist die Erfassung aller denkmalpflegerisch bedeutsamen Objekte. Momentan wird in Schüpfheim inventarisiert.
[Text und Bild Manuel Müller]
Das kantonale Departement für Bildung und Kultur vereint verschiedenste Dienststellen und Ämter unter sich. Dazu gehört auch die Abteilung für Denkmalpflege und Archäologie, kurz DA. Gemäss ihrer Homepage hat sie den folgenden Auftrag: Erforschung und Erhaltung, Schutz, Pflege und Gestaltung des baulichen und kulturellen Erbes, der Bau- und Kulturdenkmäler.
Denkmalpflege – schwere Sache? Wer schon ein historisches Gebäude umbauen, ausbauen oder ersetzen wollte, mag mit der Denkmalpflege in Kontakt gekommen sein. Vielleicht wurden Pläne nicht genehmigt, vielleicht wurde das Vorhaben mit einem finanziellen Beitrag unterstützt. Ob ein Objekt – ein Gebäude, eine Brücke, ein Ortsbild – schützenswert ist, muss oft erst abgeklärt werden. Im Anhang des Bau- und Zonenreglements der Gemeinden findet sich zwar vielfach eine Liste der Kulturobjekte. Doch diese Liste ist häufig nicht vollständig oder nicht mehr aktuell. Unterschiedliche Inventare und Archive sowie vielfältige Sachliteratur machen die Sache nicht einfacher. Die Unklarheiten erschweren den Behörden die Arbeit und erzeugen Unsicherheit bei den Grundeigentümern.
Rechtssicherheit mit Bauinventar Der Kanton Luzern will nun Klarheit schaffen. Nach Pilotprojekten arbeitet seit Anfang dieses Jahres ein Team der kantonalen Denkmalpflege an einem flächendeckenden Bauinventar. Finanziert wird das Vorhaben ausschliesslich vom Kanton. Allen Gemeinden soll am Ende ein verbindliches Inventar vorliegen. Den Behörden wie auch Grundeigentümern wird dadurch aufgezeigt, welche Objekte denkmalwürdig sind. Entscheide über Abbrüche, Neubauten, bauliche Veränderungen und Subventionen gründen nach Inkrafttreten des Bauinventars auf diesem. So soll die Rechts- und Planungssicherheit für alle erhöht werden.
Begutachtung durch Fachleute Die Mitglieder des zuständigen Teams – sogenannte «Inventarisatoren Bauinventar» – begutachten die Objekte jeder Gemeinde und bestimmen ihren denkmalpflegerischen Wert. Die Bauinventarisatoren sind Profis. Ein Studienabschluss in den relevanten Fachrichtungen – zum Beispiel Kunsthistorik oder Architekturgeschichte – ist Bedingung. Ausserdem schauen die Inventarisatoren vielfach auf Erfahrungen auf dem Gebiet zurück. So ist das Team dazu qualifiziert, Beurteilungen vorzunehmen und Entscheide zu treffen.
Inventarisation in Schüpfheim In Schüpfheim wird das Inventar gerade erstellt. Simon Berger (29), Master of Arts in Kunstgeschichte und Denkmalpflege und Mitglied im Team für das Bauinventar, zeichnet in Schüpfheim verantwortlich. Seit bald drei Monaten beschäftigt er sich mit unzähligen Wohnhäusern, Scheunen, Kapellen, Wegzeichen, Skulpturen etc. auf dem Gemeindegebiet. Der EA hat ihn vor Kurzem bei seiner Arbeit im Gebiet Wissebach begleitet.
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